- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Recht » EU & Europa » Europäische Kommission

Managementleistungen für Fachmarktimmobilien


Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Gemeinschaftsunternehmen von ECE und Metro für Immobilienmanagement in Deutschland
Das erste Mal, dass die Kommission den Markt für das Management von Fachmarktimmobilien im Rahmen eines Fusionskontrollverfahrens untersucht hat

(07.11.11) - Die Europäische Kommission hat dem deutschen Gewerbeimmobilienmanager ECE und dem Unternehmen Metro Asset Management Services (MAMS), einer Tochtergesellschaft der deutschen Metro Group, die Genehmigung für die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, das Immobilienmanagementleistungen für Fachmarktzentren anbieten soll, nach der EU-Fusionskontrollverordnung erteilt. Nachdem die Kommission den Markt für das Management von Fachmarktimmobilien, insbesondere in Deutschland, geprüft hatte, kam sie zu dem Schluss, dass das Vorhaben wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist, da andere Anbieter von Managementleistungen für Fachmarktimmobilien weiterhin ausreichend Wettbewerbsdruck auf ECE und auf das Gemeinschaftsunternehmen ausüben werden.

Dies ist das erste Mal, dass die Kommission den Markt für das Management von Fachmarktimmobilien im Rahmen eines Fusionskontrollverfahrens untersucht. Das Vorhaben wird zu horizontalen Überschneidungen zwischen den Tätigkeiten des Gemeinschaftsunternehmens und seiner Muttergesellschaft ECE in Deutschland führen und die Führungsposition von ECE beim Angebot von Managementleistungen für Fachmarktimmobilien in Deutschland weiter ausbauen.

Die Kommission hat eine Beschwerde von einem konkurrierenden Anbieter solcher Managementleistungen erhalten und die Auswirkungen des Vorhabens auf den Markt für das Management von Fachmarktimmobilien in Deutschland sowie in möglichen engeren Teilsegmenten geprüft. Ihre besondere Aufmerksamkeit galt dabei der besonderen Rolle des Immobilienmanagers als Anbieter von Leistungen für den Immobilieneigentümer und seiner Schnittstellenfunktion in Bezug auf alle Aspekte der Aushandlung von Mietverträgen.

Die Untersuchung der Kommission hat bestätigt, dass die Jointventure-Partner auch nach der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens mit einer Reihe von Wettbewerbern konkurrieren werden und dass Immobilieneigentümern weiterhin genügend andere Anbieter von Managementleistungen für Fachmarktimmobilien zur Verfügung stehen werden.

Die Kommission stellte ferner fest, dass die Gefahr gering ist, dass das Gemeinschaftsunternehmen und ECE den Mietern (d. h. den Geschäften) in den von ihnen verwalteten Fachmarktzentren die Mietkonditionieren diktieren werden, da die Mieter auch nach Gründung des Gemeinschaftsunternehmens noch eine ausreichende Auswahl an geeigneten Mietflächen haben werden.

Die Kommission ist deshalb zu der Auffassung gelangt, dass das Vorhaben den wirksamen Wettbewerb weder im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)1 noch in einem wesentlichen Teil desselben erheblich beeinträchtigen wird.

Das Vorhaben wurde am 21. September 2011 bei der Kommission angemeldet.

Die Unternehmen und ihre Tätigkeiten
ECE, das letztlich von Herrn Alexander Otto kontrolliert wird, erbringt Beratungs- und Managementleistungen für Erwerb, Entwicklung, Planung und Bau von Gewerbeimmobilien. Das Kerngeschäft von ECE bilden die Immobilienentwicklung und die Verwaltung von Einkaufszentren.

Metro Asset Management Services, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Metro AG, erbringt wesentliche Dienstleistungen innerhalb des Immobiliensegments der Metro Group, insbesondere in den Bereichen Verwaltung, Entwicklung, Vermietung, Bau und Bewirtschaftung.

Das Gemeinschaftsunternehmen, das den Namen MEC Metro-ECE Centermanagement (MEC) tragen soll, wird Managementleistungen für Fachmarktimmobilien erbringen, zunächst für 38 Fachmarktzentren in Deutschland.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren
Seit 1989 ist die Kommission damit betraut, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung). Sie hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Zusammenschlüsse den wirksamen Wettbewerb weder im gesamten EWR noch in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern.

Der weitaus größte Teil der Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Routineprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss (im Vorprüfverfahren) genehmigt oder aber eine eingehende Prüfung (Hauptprüfverfahren) einleitet. (Europäische Kommission: ra)

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Europäische Kommission

  • Vollständigeres System mit Fischereidaten

    Die Europäische Kommission schlägt Verbesserungen vor, um die Überwachung und Einhaltung der Fischereivorschriften in der EU zu modernisieren und zu vereinfachen. Ein wirksames Kontrollsystem ist entscheidend dafür, dass die Fischereien in der EU nachhaltig bewirtschaftet werden, was wiederum die langfristige Tragfähigkeit des Fischereisektors in der EU und die Existenzgrundlage der Fischer sichert. Der für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei zuständige EU-Kommissar Karmenu Vella erklärte dazu: "Die Gemeinsame Fischereipolitik der EU hat auf dem Weg, für gesunde Meere und gleichzeitig eine starke Fischereiwirtschaft und florierende Küstengemeinschaften zu sorgen, bereits viel erreicht. Dennoch müssen wir weiter daran arbeiten und sicherstellen, dass die gemeinsam vereinbarten Vorschriften EU-weit auch wirklich durchgesetzt werden. Deshalb schlagen wir Verbesserungen zur Modernisierung des bestehenden Kontrollsystems vor, um es effizienter zu machen und sicherzustellen, dass alle Akteure der Fischereiwirtschaft in der EU gleich behandelt werden."

  • Bekämpfung von Betrug und Korruption

    Für den nächsten langfristigen Haushaltsrahmen der EU für den Zeitraum 2021-2027 schlägt die Kommission vor, 181 Mio. EUR für die Unterstützung der von den Mitgliedstaaten unternommenen Anstrengungen zur Bekämpfung von Betrug, Korruption und sonstigen gegen den EU-Haushalt gerichteten Unregelmäßigkeiten bereitzustellen. Im Rahmen des neuen Betrugsbekämpfungsprogramms der EU sollen gezielte Schulungen sowie der Austausch von Informationen und bewährten Verfahren zwischen Betrugsbekämpfungsstellen in ganz Europa finanziert werden. Zur Unterstützung von Untersuchungstätigkeiten soll zudem der Erwerb von technischer Ausrüstung für die Aufdeckung und Untersuchung von Betrugsdelikten unterstützt und der Zugang zu sicheren Informationssystemen erleichtert werden.

  • Markt für Elektroprodukte und -systeme

    Die Europäische Kommission hat die Übernahme von General Electric Industrial Solutions durch ABB nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Beide Unternehmen vertreiben weltweit Elektroprodukte und -systeme. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die Übernahme auf keinem der betroffenen Märkte im Europäischen Wirtschaftsraum Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Die beteiligten Unternehmen Asea Brown Boveri Ltd ("ABB") und General Electric Industrial Solutions ("GEIS") sind beide weltweit in der Herstellung und im Vertrieb von Elektrobauteilen und -systemen tätig.

  • Kodex für die elektronische Kommunikation

    Das Europäische Parlament und der Rat erreichten in der vergangenen Nacht eine politische Einigung über die Aktualisierung des EU-Telekommunikationsrechts. Der neue europäische Kodex für die elektronische Kommunikation, der von der Kommission vorgeschlagen wurde, soll EU-weit Investitionen in Netze mit sehr hoher Kapazität fördern, auch in abgelegenen und ländlichen Gebieten. Das Europäische Parlament und der Rat erreichten in der vergangenen Nacht eine politische Einigung über die Aktualisierung des EU-Telekommunikationsrechts. Der neue europäische Kodex für die elektronische Kommunikation, der von der Kommission vorgeschlagen wurde, soll EU-weit Investitionen in Netze mit sehr hoher Kapazität fördern, auch in abgelegenen und ländlichen Gebieten. Der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident Andrus Ansip erklärte hierzu: "Diese Einigung ist ein entscheidender Schritt, um den wachsenden Konnektivitätsbedarf der Europäer zu decken und die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu steigern. Wir ebnen damit den Weg für die europaweite Einführung von 5G-Systemen."

  • Fortschritte bei der Vollendung der Bankenunion

    Der Rat der Europäischen Union hat eine allgemeine Einigung über das sogenannte Bankenpaket erzielt. Es handelt sich um ein umfassendes Reformpaket, das die Kommission vorgeschlagen hat, um den EU-Bankensektor noch widerstandsfähiger zu machen. Damit ist ein wichtiges Etappenziel erreicht, und der Ratsvorsitz kann nun die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament aufnehmen. Das Legislativpaket soll die Risiken im EU-Bankensektor noch weiter reduzieren und ist ein wichtiger Schritt zur Vollendung der Bankenunion. Es baut auf den bestehenden Bankenvorschriften auf und soll die Postkrisenagenda zur Regulierung des Sektors ergänzen. Zu diesem Zweck werden noch offene Herausforderungen bezüglich der Finanzstabilität angegangen, wobei nicht aus dem Auge verloren wird, dass die Banken weiterhin in der Lage sein müssen, die Realwirtschaft zu unterstützen.