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Internationale Finanzmarktverfassung aufbauen


Mehr Transparenz und schärfere Aufsicht: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für den Aufbau einer internationalen Finanzmarktverfassung
Merkel befürwortete eine Stärkung des Internationalen Währungsfonds - Der Währungsfonds solle über die Stabilität des weltweiten Finanzsystems wachen


(27.10.08) - Auf dem Asem-Gipfel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für den Aufbau einer internationalen Finanzmarktverfassung geworben. Sie forderte mehr Transparenz und eine schärfere Aufsicht auf den Finanzmärkten sowie eine bessere internationale Zusammenarbeit. Auch die Stärkung des Internationalen Währungsfonds gehöre dazu.

Nachdem die einzelnen Länder Maßnahmenpakete zur Rettung des Bankensektors verabschiedet haben, gelte es nun, aus der Krise Lehren für die Zukunft zu ziehen, so die Kanzlerin. Auch wenn jede Krise andere Merkmale habe, könnten doch Vorkehrungen getroffen werden, um weitere Krisen weniger wahrscheinlich zu machen.

Die Kanzlerin nannte vier Grundprinzipien für eine effektive globale Finanzmarktregulierung. So sei mehr Transparenz auf dem Markt notwendig, insbesondere bei den Risiken, die Banken auf dem Finanzmarkt eingehen. Auch eine stärkere Aufsicht sei wichtig.

Darüber hinaus sollten für Unternehmen neue Anreize geschaffen werden. Momentan werde insbesondere der kurzfristige Erfolg und das große Risiko belohnt.

Schließlich plädierte Merkel in Peking für eine stärkere internationale Zusammenarbeit. Sie befürwortete eine Stärkung des Internationalen Währungsfonds. Dieser solle über die Stabilität des weltweiten Finanzsystems wachen.

Der "Internationale Währungsfonds" ist eine Organisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Washington. Er wurde 1944 gegründet. Zu seinen Aufgaben gehört die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik und die Stabilisierung von Wechselkursen.

Gemeinsam einen verlässlichen Ordnungsrahmen schaffen
Auf dem Weltfinanzgipfel im November sollte dann die Arbeit an konkreten Vorschlägen zur effektiven globalen Finanzmarktregulierung aufgenommen werden. Die Kanzlerin begrüßte es sehr, dass sich dort die führenden Industrienationen gemeinsam mit den Schwellenländern (G-20) treffen.

Denn eine internationale Lösung kann nur unter Einbeziehung Asiens und insbesondere der asiatischen Schwellenländer China und Indien gelingen, ist sich die Kanzlerin sicher. Auch diese Länder haben ein Interesse an einer gemeinsamen Lösung.

Zwar sind die Bankensysteme der asiatischen Schwellenländer nicht direkt von der Finanzkrise betroffen. Doch durch ihre starke Exportorientierung bekommen sie die wirtschaftlichen Folgen der Krise deutlich zu spüren
Asem steht für Asia-Europe Meeting, also für Asien-Europa-Treffen. Es ist ein Dialogforum mit heute 45 Partnern aus der Europäischen Union und Asien. Auf dem Forum sprechen die Teilnehmenden über die Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien in Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur.

Die Asem-Gipfel finden seit 1996 im zweijährigen Turnus statt. (Deutsche Bundesregierung: ra)

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